20 | 05 | 2012
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Gentechnikfreier Soja ist höher verwertbar als GVO-Soja Drucken

Wissenschaftlich bestätigt  ► Gentechnikfreier Soja ist höher verwertbar als GVO-Soja

Die Verwertbarkeit von gentechnisch verändertem Soja im Vergleich zu Natursoja Zusammenstellung: Dr. Peter Hamel, Storndorf – Landwirt und Agrarwissenschaftler.

Futterberater gehen immer davon aus, dass GVO-Soja und gentechnikfreies Soja gleich zu bewerten sind, da es uns die Amerikaner so erzählt haben. Das Magazin „Nature“ bezeichnete den Begriff „Substanzielle Äquivalenz“ aber bereits als pseudowissenschaftlich. „Substanzielle Äquivalenz“ sei in erster Linie als Rechtfertigung eingeführt worden, um keine biochemischen oder toxikologischen Prüfverfahren vorschreiben zu müssen. Obwohl Forscher dringend vor Gefahren der gentechnischen DNS-Rekombination und der daraus resultierenden Folgearbeit warnten, entschied sich die US-Regierung bei GVO für ein System der „freiwilligen Selbstkontrolle“.

Hierzu eine Stellungnahme des Grundlagenforschers für Gentechnik Prof. Masaharu Kawata (Japan).
Anhand von drei Beispielen hat er seine Kritik an Monsantos Gensoja festgemacht.

  1. Das künstlich eingebaute Gen, ein Eiweiß, ist nicht in der Pflanze selbst untersucht worden. Monsanto hat dieses Eiweiß von einem Bakterium im Labor nachbauen lassen, das ist billiger. Aus wissenschaftlicher Sicht aber muss die Pflanze selbst überprüft werden, denn das Protein im Soja und das im Bakterium sind nicht zwangsweise identisch. Mit dieser Methode kann man Gesund-heitsgefahren nicht ausschließen. Da ich mich intensiv mit Prionen befasst habe, ist dies eine sehr fahrlässige Vorgehensweise, deren Auswirkungen sich erst Jahrzehnte später zeigen können.
  2. Monsanto hat nur einen Bruchteil des Eiweißes untersucht. Man hat nämlich von den 455 Aminosäuren, aus denen das Eiweiß besteht, nur die ersten 15 untersucht. Der Hersteller kann Allergiegefahren, ja sogar Giftigkeiten, nicht ausschließen. Prof. Masaharu Kawata sagt hierzu: „ Monsanto wollte wahrscheinlich mögliche Veränderungen und damit mögl. Gefahren verstecken“.
  3. Die veränderte Proteinstruktur führt zu einer schlechteren Denaturierung und somit Verwertbarkeit! Soja muss getoastet bzw. dampferhitzt oder gekocht werden, um es für den menschlichen oder tierischen Organismus verfügbar zu machen. Auch aus Monsantos Zulassungsunterlagen geht hervor, dass Gensoja gekocht wurde. Misslingt dieser Kochtest, drohen Gesundheitsschäden. Monsanto hat nun folgenden Standardtest durchgeführt, der auch als Standardverfahren des Toastens in den Ölmühlen praktiziert wird.

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Einmal kochen bei 100° C 10 Minuten – Jetzt müssten die gesundheitsgefährdenden Eiweiße zerstört sein – waren sie aber nicht. Sie haben den Test wiederholt – noch mal 100° C 10 Minuten. Das Eiweiß war immer noch nicht zerstört. Anschließend haben sie das Gensoja noch mal, diesmal 25 Minuten lang bei 220° C gekocht, das belegen die Unterlagen.“ Erst dann waren die Denaturierungen erreicht, sprich dass Soja ausreichend verwertbar. Das Problem liegt auf der Hand – keine Ölmühle der Welt toastet Soja bei 220° C und das eine halbe Stunde lang.

Folge: Die Eiweißverdaulichkeit und die biologische Wertigkeit sind deutlich niedriger und die Verfügbarkeit von Lysin, Methionin und Cystin sind stark herabgesetzt. Nach Nehring und Mitarbeiter ist die Verdaulichkeit im Fütterungsversuch mit Ratten bei unbehandeltem (unzureichend erhitztem) Sojaschrot mit 61% zu ausreichend dampferhitztem (74%) rund 20 % schlechter. Die biologische Wertigkeit (62 zu 69) rund 10% schlechter. Die essentiellen Aminosäuren Lysin (2,1 zu 3,6) 40%, Methionin (0,7 zu 0,9) 20 % und Cystein (0,6 zu 1,1) bis zu über 40 % schlechter. GVO Soja ist eben nicht ausreichend dampferhitzt. Hier sollte jeder Landwirt nachdenklich werden.

Prof . Kawata: „Gensoja hätte nicht zugelassen werden dürfen, denn wahrscheinlich hat die gentechnische Veränderung das Eiweiß stabiler gemacht, es wird einfach nicht zerstört. Dies zeigt der misslungene Kochtest. Das Ergebnis steht für mich in direktem Zusammenhang mit den gestiegenen Allergiezahlen.

Dass Monsanto den Schluss zieht:
Gensoja sei sicher, ist falsch, wahrscheinlich sogar kriminell.“ Für mich wird ersichtlich, dass sowohl die Verdaulichkeit als auch die biologische Wertigkeit von GVO-Soja in Frage zu stellen sind. Ich gehe davon aus, dass in fachkundigen Kreisen bekannt ist, dass heute in Deutschland / Österreich eine sehr hohe Zahl Soja-Lieferungen an Landwirte falsch als GVO gekennzeichnet wird, bzw. durch bewusste oder unbewusste Verschleppung sehr viel niedrigprozentiges GVO Soja mit 2 bis 10 % GVO-Anteil verkauft wird. Eine neutrale Untersuchung setzt also logischerweise voraus, dass mittels PCR-Analyse eine 100%ige GVO-Probe mit einem gentechnikfreien Gegenstück verglichen wird. Erst wenn dieser Test klare Ergebnisse zeigt, sollten die Daten als Antwort nach draußen gegeben werden. Eine kurze und möglicherweise unvollständige Literaturstudie reicht dazu sicherlich nicht aus.

Quellen: Nehring: Lehrbuch der Tierernährung
Ladwig: Filmrecherche „Die Genverschwöung“

ACHTUNG: Futtermittel werden in ROH-Nährstoffen gekennzeichnet !!! Die angegebenen Zahlen auf den Lieferscheinen sagen nichts. Wichtig ist das, was das Tier in Leistung umwandeln kann. Es ist ein Unterschied, ob z. B. : 30 % Rohprotein zu 70 % oder 85 % verwertet werden und ob ein Futtermittel Krankheiten verursacht!

Wer nur nach dem Preis einkauft, bekommt immer das Minderwertigste geliefert.