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Bürgerinitiative gegen Agro-Gentechnik
Zivilcourage Deggendorf will über die Gefahren informieren - Gründungsversammlung
Zivilcourage Deggendorf ist gegründet: Auch wenn das Schild noch aus dem bereits länger bestehenden Zusammenschluss im Nachbarlandkreis stammt, wollen sich die beiden Organisatoren Helmut Fritsche (v.r.) und Max Hendlmeier künftig für einen Agro-Gentechnikfreien Landkreis einsetzen. Albert Hägele aus Deggendorf ist einer der ersten, die aktiv mithelfen wollen. (Foto: Schwarzbözl)
Wallerdorf. Der Landkreis Deggendorf soll frei von Agro-Gentechnik bleiben. Das ist das Ziel der knapp 100 Interessierten, die am Samstagabend zum Gasthaus Thalhauser gekommen sind und „Zivilcourage Deggendorf“ gegründet haben. 85 Unterstützer hatten sich in die Unterschriftenlisten eingetragen, eine Handvoll davon meldeten sich als Aktive. Unspektakulär erfolgte die Gründung, den Hauptteil des Abends bestritt Dr. Antonio Andrioli mit seinem Vortrag (siehe Artikel auf der nachfolgenden Seite). Zur Gründung waren vor allem Landwirte und Verbraucher gekommen, jedoch keiner der zum Teil persönlich eingeladenen Kommunalpolitiker mit Ausnahme von Künzings 2. Bürgermeister Michael Pirkl. Landrat Christian Bernreiter und MdL Bernd Sibler hatten sich wegen Terminüberschneidungen entschuldigt. Bernreiter hat deshalb auch nicht die Schirmherrschaft übernommen, die statt dessen unter Applaus der Versammelten an die anwesenden Kinder übergeben wurde - schließlich wolle man ihnen eine intakte Natur zurücklassen. Landrat Bernreiter versicherte aber, auch wenn er persönlich keiner Bürgerinitiative beitrete, dem Ziel aufgeschlossen gegenüber zu stehen. „Ich sehe keinen Mehrwert in der Agro-Gentechnik“, beteuerte er gegenüber der OZ, vielmehr Risiken in der Haftung für andere Landwirte, im Absatz der landwirtschaftlichen Produkte oder für Imker. Allerdings könne der Landkreis nicht gesetzlich beschließen, Gentechnik-frei zu bleiben. Viel mehr sei eben eine freiwillige Selbstinitiative vieler Landwirte nötig, um eine entsprechende Außenwirkung zu erzeugen. „Zivilcouarge Deggendorf ist offen für jeden“, erläutert Organisator Helmut Fritsche. Da es kein Verein sei, müsse man auch nicht Mitglied werden. Geplant seien Infoveranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Ziel der Interessengemeinschaft sei es, einer breiten Basis von Landwirten, aber auch Verbrauchern Informationen und Hintergründe der Agro-Gentechnik zugänglich zu machen. Die Aktiven wollen dabei über die Gefahren der Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen informieren. Dazu gibt es auf www.zivilcourage-ostbayern.de neben Informationen über Zivilcourage Deggendorf auch Neuigkeiten aus den Landkreisen Cham, Dingolfing-Landau, Straubing-Bogen, Passau und Regen. Auf der Seite finden sich auch Tipps, wie jeder Einzelne couragiert Agro-Gentechnik verhindern könne.
Erste Aktion von Zivilcourage Deggendorf ist die Teilnahme an der Sternfahrt nach München am 15. April: Dort wird gegen Patente auf Leben demonstriert. Fahrgemeinschaften dazu organisiert Helmut Fritsche, Tel. 09938/1373. – gs
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